Die Billigesser

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jahr: 2007 – 2007

fotos: Martin Frey

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Inspiriert durch die Novelle „Die Billigesser“ (1980) von Thomas Bernhard, besuchte ich gemeinsam mit Helmut Mörwald Bürokantinen und öffentliche Kantinen in Wien und Berlin um (meistens) recht gut zu essen.

Vor beinahe dreissig Jahren hat Thomas Bernhard in seiner Novelle eine Welt des Fast Foods beschrieben, die damals schon fast der Vergangenheit angehörte: die sogenannte „WÖK“ – „Wiener öffentliche Küchenbetriebsgesellschaft“, die sich als einfaches Selbstbedienungsrestaurant für die arbeitende Bevölkerung und die Armen verstand, aber jeder ging dorthin. Die WÖK war eine Wiener Institution der Nachkriegszeit und existierte bis in die achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Sie war aber zugleich auch eine Manifestation für billiges Essen, das sich jeder leisten konnte.

Unsere Besuche in den diversen Kantinen wurden mit einer Handy-Kamera festgehalten. Meistens fotografierte ich mit dem damals gerade aktuellen Nokia 6230i, das mit seiner Kameraauflösung von jenen der Smartphones noch weit entfernt war. Allerdings gaben für mich gerade diese unscharfen und gelegentlich fast weichgezeichneten Bilder die flüchtige Atmosphäre der billigen Nahrungsaufnahme in zum Teil sehr eigenwilligen Umgebungen am besten wieder. Die Kamera dieses Handys hatte zudem den Vorteil, dass das Mobiltelefon beim Fotografieren in der normalen Telefoniehaltung ausgelöst werden konnte und somit eine sehr zurückhaltendes und unauffälliges Fotografieren möglich war.

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